Charlie & Tony
Kleine Igel in großer Not
Wenn Gärten
zur Herausforderung werden
Igel gehören zu den bekanntesten Wildtieren bei uns. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv, durchstreifen Wiesen, Hecken und Gärten auf der Suche nach Insekten, Würmern und Schnecken. In naturnahen Gärten mit Laubhaufen oder Holzstapeln finden sie passende Unterschlüpfe. In aufgeräumten Gärten dagegen fehlen diese Rückzugsorte – und zusätzlich lauern dort Gefahren wie Mähroboter, Gift oder offene Kellerschächte. Auch Straßenverkehr zählt zu den größten Risiken für Igel.

Warum
kleine Igel so gefährdet sind
Igelbabys bleiben etwa vier bis sechs Wochen im Nest, bis sie kräftig genug sind, um der Mutter zu folgen. Dann wiegen sie bereits 200 bis 250 Gramm und sind deutlich größer als eine Handfläche. Befinden sich kleinere Igel allein außerhalb des Nests, stimmt fast immer etwas nicht: Vielleicht ist die Mutter überfahren worden oder ein Beutegreifer hat die Jungen verschleppt. Ohne Wärme und Nahrung kühlen die Kleinen sehr schnell aus, und das wird lebensbedrohlich.
Richtige Hilfe
Statt gut gemeinter Fehler
Viele möchten sofort helfen und geben Milch oder Wasser. Doch Vorsicht: Normale Milch enthält Laktose, die Igelbabys nicht verdauen können – sie führt schnell zu schweren Verdauungsproblemen und kann lebensbedrohlich sein. Bitte nicht füttern und weder Wasser noch Milch geben. Das Einzige, was in der ersten Hilfe wirklich zählt, ist: wärmen. Am besten mit den eigenen Händen, einem Handtuch oder einer lauwarmen Wärmflasche. Und sofort eine Auffangstation verständigen, damit die Kleinen fachkundig versorgt werden.

„Manchmal sind es Kleinigkeiten, die über Leben und Tod entscheiden: Schnell handeln, Wärme schenken und die Auffangstation kontaktieren. Vieles andere, was gut gemeint ist, kann den Tieren schaden.“
– Lena, Vorsitzende und Gründerin der Natur- und Wildtierfreunde e. V.

Gefunden auf dem Schulhof
Genau das passierte bei Charlie und Tony. Zwei kleine Igel lagen eines Morgens halb leblos auf dem Pausenhof der KGS Pattensen. Schüler bemerkten die bewegungslosen Tierchen und informierten ihre Lehrkraft. Diese handelte sofort: vorsichtig mit den Händen gewärmt und anschließend direkt zu uns gebracht. Beide waren stark ausgekühlt, einer blutete sogar aus der Nase. Wie sie dorthin gelangt waren, bleibt unklar – vermutlich war die Mutter nicht mehr zurückgekehrt und die Kleinen sind aus dem Nest gekrabbelt oder ein Beutetier hatte sie verschleppt.
Kampf ums
Überleben
Bei uns bekamen die beiden Infusionen, konstante Wärme und eine behutsame Aufpäppelung. Alle zwei Stunden mussten sie mit spezieller Aufzuchtmilch gefüttert werden – auch nachts. Ihre Verdauung reagierte empfindlich, jeder Schritt musste vorsichtig erfolgen. Trotz aller Fürsorge schaffte es Tony nicht, sein kleiner Körper war zu schwach. Charlie dagegen kämpfte tapfer, gewann langsam an Kraft und erholt sich noch immer in unserer Station. Sobald er groß und stark genug ist, darf er zurück in die Freiheit.

Was wir aus
ihrer
Geschichte
lernen können
Tonys Schicksal zeigt, dass nicht jedes Tier zu retten ist. Charlie dagegen beweist, wie viel es ausmacht, wenn rechtzeitig gehandelt wird. Wer einen kleinen Igel findet, kann mit wenigen Schritten Leben retten: wärmen, nichts zu fressen oder trinken geben und sofort eine Auffangstation verständigen. Weil jedes Leben zählt.
Unsere
Stachelhelden
Woran erkennst Du hilfsbedürftige
Igel?
Igel sind meist nachtaktive Einzelgänger. Nicht jedes Tier, das tagsüber unterwegs oder zusammengerollt am Boden liegt, ist automatisch in Not. Es ist wichtig, genau hinzusehen, um richtig zu handeln, denn manchmal brauchen auch sie unsere Hilfe.
Typische Anzeichen sind:
- Jungtier allein und orientierungslos: Kleine Igel, oft noch mit weichem Stachelkleid und geschlossenen Augen, ohne Mutter in der Nähe. Sie haben kaum eine Chance zu überleben.
- Unterkühlung und Kraftlosigkeit: Der Igel ist bereits sehr kalt, sitzt zusammengekauert und apathisch in der Gegend oder taumelt umher. Auch hier ist menschliche Hilfe nötig.
- Erkennbares Untergewicht: Abgemagerte Igel werden den kalten Winter so nicht überstehen. Du erkennst dies zum Beispiel am Hungerknick, einer sichtbaren Einwölbung im Nackenbereich.
- Verletzungen oder Parasitenbefall: Igel mit offensichtlichen Verletzungen oder mit Fliegeneier- und Madenbefall benötigen dringend medizinische Behandlung.
Erste Sicherung des Tieres:
Wenn ein Igel Hilfe braucht, sollte man ihn möglichst behutsam sichern und den Kreislauf nicht zusätzlich belasten.
- Handschuhe oder Tuch verwenden: Das schützt den Igel, aber auch dich. Denn die Stachel können schon mal ordentlich piksen.
- Tier vorsichtig aufnehmen: Am besten in ein weiches, sicheres Behältnis (z. B. Karton mit Luftlöchern, ausgelegt mit einem Handtuch). Achte darauf, dass er nicht wieder entwischen kann.
- Warmhalten: Körperwärme oder eine mit warmem Wasser gefüllte Flasche in ein Tuch wickeln und als Wärmequelle nutzen. Darauf achten, dass es nicht zu heiß ist.
- Ruhige Umgebung: Sorge dafür, dass kein Lärm oder weitere Tiere in der Nähe sind.
Was man dann tun sollte:
- Schnellstmöglich eine Wildtierauffangstation kontaktieren.
- Tierarzt oder Tiernotdienst informieren, wenn der Igel Verletzungen hat.
- Fundort merken, falls eine spätere Auswilderung in der Nähe sinnvoll ist.
Was man NICHT tun sollte:
- Kein Futter oder Wasser anbieten, dies kann den Kreislauf destabilisieren. Der Igel sollte sofort einer fachkundigen Person übergeben werden.
- Achtung gefährlicher Irrtum: Niemals Kuhmilch oder irgendwas mit Laktose geben. Sie ist für Igel gefährlich und kann tödlich sein!
- Keine Selbstversuche: Igel sollten nicht eigenständig aufgezogen werden. Falsche Pflege kann zu Mangelernährung, Fehlprägung oder Wildbahnuntauglichkeit führen.
- Nicht wieder aussetzen oder umsetzen. Ein verletzter, geschwächter oder unterkühlter Igel hat draußen keine Überlebenschance. Auch nicht, wenn man ihn von einer Straße in den Wald setzt. „Die Natur regelt das schon“ ist hier leider falsch.
Deine Patenschaft
macht den
Unterschied
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