Hühner
mehr als nur Eierlieferanten
Eine bunte Gemeinschaft
im Verein
Bei den Natur- und Wildtierfreunden e. V. haben Hühner ihren festen Platz in unserer Tiergemeinschaft. Ob Seidenhuhn oder Blumenhuhn, sie alle tragen dazu bei, das Leben auf unserem Gelände vielfältiger und lebendiger zu machen. Wir achten darauf, dass die Gruppe harmonisch bleibt, jedes Tier Rückzugsmöglichkeiten hat und die Hühner naturnah ernährt werden. So leben sie bei uns so artgerecht wie möglich.

Wenn der Mensch
die Natur
verändert
Ein normales Huhn legt im Laufe eines Jahres etwa 30 bis 60 Eier. Das reicht, um den Fortbestand seiner Art zu sichern. In der Massentierhaltung jedoch hat der Mensch tief in die Natur eingegriffen: Hochleistungs-Legehennen sind so gezüchtet, dass sie bis zu 300 Eier pro Jahr legen – beinahe ein Ei am Tag.
Was für uns normal klingt, ist für die Tiere eine enorme Dauerbelastung:
- Calciumverlust: Der ständige Calciumverlust schwächt die Knochen, Brüche bleiben auch bei bester Fütterung ein Risiko.
- Gesundheitsprobleme: Häufig kommt es zu schmerzhaften Legedarmvorfällen oder Entzündungen.
- Verkürzte Lebenszeit: Während ursprüngliche Rassen 8–12 Jahre alt werden können, bleibt den Legehennen meist nur 2–3 Jahre.
Und diese Belastung endet nicht mit der Rettung: Auch Hühner, die aus der Massentierhaltung übernommen werden, legen weiterhin fast täglich Eier. Ihr Körper ist dauerhaft auf Hochleistung gezüchtet. Das macht eine besonders angepasste Ernährung unverzichtbar. Legehennen brauchen extrem viel Calcium und Proteine, um täglich Eier zu bilden. Doch selbst mit Spezialfutter reicht es oft nicht aus. Das fehlende Calcium ziehen die Tiere aus ihren eigenen Knochen. Das führt langfristig zu weiteren gesundheitlichen Problemen.
Besonders schwierig wird es, wenn Hochleistungsrassen und ursprüngliche Hühnerrassen gemeinsam gehalten werden: Für letztere kann dieselbe Fütterung sogar schädlich sein, da ein Überschuss an Proteinen und Mineralstoffen beispielsweise zu Leberverfettung führt.
Das stellt Halter:innen vor große Herausforderungen: Kann man gemischte Gruppen überhaupt gesund versorgen? Welche Fütterung ist wirklich artgerecht und für wen? Genau diese Fragen zeigen, wie komplex das Thema Hühnerhaltung ist und warum wir offen darüber sprechen sollten.
Jede Henne ist anders
Unsere eigene Hühnergruppe erinnert uns täglich daran, wie unterschiedlich Hühner sind. Manche sind mutig, andere eher zurückhaltend. Sie alle brauchen Rückzugsorte, gutes Futter und eine stabile Gruppe, in der sie ihren Platz finden. Denn Hühner reagieren empfindlich, wenn das soziale Gleichgewicht ins Wanken gerät. Wie leicht das passieren kann, zeigt das Beispiel von Ella.

„Unsere Hühner sind echte Persönlichkeiten – fühlende Wesen, die mehr sind als nur Eier-Maschinen.
Jedes einzelne hat seinen eigenen Charakter und verdient ein Leben voller Fürsorge, Respekt und Aufmerksamkeit.“– Lena, Vorsitzende und Gründerin der Natur- und Wildtierfreunde e. V.

Ella
offen, friedlich und zugewandt
Ella stammt aus privater Haltung und wurde dort von den anderen gemobbt. Bei uns hat sie einen neuen Platz gefunden: mit Sicherheit, Rückzug und der Chance, so zu leben, wie es zu ihr passt.
Sie ist die Zutraulichste in unserer Gruppe: Wenn man sie anlockt, hüpft sie sogar auf den Unterarm. Das hat sie schon von ihrem früheren Besitzer gelernt. Anders als die meisten Hühner ist sie nicht ständig auf der Suche nach Neuem, sondern eher ruhig, sozial und anpassungsfähig. In der Gruppe ordnet sie sich friedlich ein, bleibt rangniedrig, aber immer offen und zugewandt. Damit zeigt sie uns, dass Vertrauen und Gelassenheit genauso wertvoll sind wie Entdeckergeist.
Krümel
durchsetzungsstark, wachsam und eigenwillig
Krümel kam unter schwierigen Umständen zur Welt. Beim Schlüpfen war das Ei bereits angepickt, doch sie schaffte es nicht heraus. Wir standen vor der Entscheidung, ob wir eingreifen und sie holen oder weiter warten. Dabei bestand die Gefahr, dass sie verblutet, da sie noch nicht abgenabelt war. Gleichzeitig wurde klar, dass auch Abwarten ein Risiko war, weil sich nichts mehr veränderte. Wir haben uns entschieden, sie zu holen und Krümel hat es geschafft.
Heute ist sie eine Erscheinung. Krümel ist die Chefin der Gruppe und übernimmt oft die Rolle des Hahns. Sie beobachtet genau, greift ein und sorgt für Ordnung. Am liebsten schläft sie erhöht auf Bäumen. Dort fühlt sie sich sicher und behält alles im Blick. Krümel zeigt, wie viel Stärke entstehen kann, wenn ein Leben trotz eines unsicheren Anfangs seinen eigenen Platz findet.


Mary
sozial, aufmerksam und beschützend
Mary ist zu uns gekommen, weil Krümel Gesellschaft brauchte. Wie sie ist auch Mary ein schwedisches Blumenhuhn. Von Anfang an war klar, dass sie mehr ist als nur eine Begleiterin. Mary ist aufmerksam und stark auf die Gruppe bezogen.
Besonders die kleineren Hühner hat sie im Blick. Wenn sie geärgert oder verdrängt werden, ist Mary da. Ruhig, aber bestimmt. Sie mischt sich ein, stellt sich dazu und sorgt für Ausgleich. In der Gruppe übernimmt sie damit eine schützende Rolle, ohne laut oder dominant zu sein. Deshalb nennen wir sie liebevoll Mary Poppins. Mary zeigt, wie wichtig Fürsorge und soziale Verantwortung im gemeinsamen Leben sind.
Doris
zurückhaltend, sanft und anpassungsfähig
Doris kam zu uns, nachdem sie lange ausgegrenzt wurde. Sie wurde stark gepickt und auf sehr engem Raum gehalten. Als sie bei uns ankam, hatte sie eine kahle Stelle am Kopf. Diese Glatze zeigte deutlich, was sie erlebt hatte.
Doris sucht nicht das Zentrum. Sie ist schüchtern, beobachtet viel und hält sich im Hintergrund. In der Gruppe passt sie sich ruhig an und vermeidet Konflikte. Sie braucht keinen Rang und keine Aufmerksamkeit. Doris zeigt, wie still ein Wesen sein kann, das Sicherheit erst wieder lernen musste.


Holly
ruhig, fürsorglich und zutraulich
Holly kam gemeinsam mit Doris zu uns. Da wir vorher kein Seidenhuhn hatten, war klar, dass Doris nicht allein bleiben durfte. Ohne eine passende Gefährtin hätte auch hier Ausgrenzung entstehen können. Holly sorgte von Anfang an für Balance.
Sie ist gut in die Gruppe integriert und bewegt sich selbstverständlich zwischen den anderen. Besonders Kindern gegenüber ist sie sehr offen. Sie frisst gern direkt aus der Hand und bleibt dabei ruhig und gelassen. Holly gluckt häufig und zeigt deutlich ihren Wunsch nach Nachwuchs. Sie bringt eine sanfte, fürsorgliche Stimmung in die Gruppe und trägt dazu bei, dass Zusammenhalt und Ruhe im Alltag spürbar sind.
Ein Blick auf
Hühner mit
anderen Augen
Hühner sind einzigartige Persönlichkeiten. Sie verdienen ein Leben, das ihren Bedürfnissen entspricht, mit Platz, Rückzug, guter Versorgung und einer stabilen Gemeinschaft. In unserer Tiergemeinschaft dürfen sie genau so leben. Und wer ihnen hier begegnet, merkt schnell: Hühner sind nicht einfach „Nutztiere“, sondern faszinierende Wesen, die unsere Aufmerksamkeit und Wertschätzung verdienen.
vielfalt
mit charakter
Deine Patenschaft
macht den
Unterschied
Damit Ella und unsere Hühnergang weiterhin sicher und gut versorgt leben können, brauchen wir Unterstützung. Mit einer Patenschaft hilfst du, Futter, Pflege und die tierärztliche Betreuung zu sichern. Und du wirst Teil ihrer Geschichte. Einer Geschichte, die zeigt, dass jedes Leben zählt.
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Auf unserer Patenschaftsseite findest du alle Infos zu Laufzeit, Zahlung und Ablauf auf einen Blick.
Patenschaftsformular
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Deine Patenschaftsurkunde schicken wir dir nach Eingang der ersten Zahlung per Post. Falls du die Urkunde für einen besonderen Anlass früher brauchst, schreib uns einfach kurz an patenschaften@natur-wildtierfreunde.de
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