Fienchen
ein Herzschlag zwischen Glas und Himmel
Wenn
unsere Welt
für Vögel
zur Gefahr wird
Kohlmeisen gehören zu den vertrauten Gartenvögeln in unserer Umgebung. Doch vieles, was für uns selbstverständlich ist, kann für sie schnell lebensgefährlich werden. Fensterscheiben spiegeln den Himmel und wirken wie freie Flugbahn. Katzen streifen durch unsere Gärten und dort fehlen oft dichte Büsche oder dornige Hecken, in denen sich kleine Vögel verstecken könnten.
Weil viele Gärten heute „aufgeräumt“ und zunehmend strukturarm sind, finden Kohlmeisen nicht nur weniger Schutz, sondern auch weniger Insekten, die sie dringend als Nahrung brauchen. So entstehen Momente, in denen ein kleiner Vogel plötzlich auf Hilfe angewiesen ist.

Schutzlos
am Boden
Beim Frühstück entdeckte eine Familie einen kleinen Vogel, regungslos auf ihrer Terrasse. Eine junge Kohlmeise, die wahrscheinlich gerade erst das Nest verlassen hatte.
Vermutlich war sie gegen eine Fensterscheibe geflogen. Benommen, orientierungslos, völlig schutzlos. Von der Nachbarskatze bereits beobachtet, befand sie sich eindeutig in Gefahr. Ohne Hilfe hätte sie sich nicht erholen können.
Ankommen,
warm werden,
durchatmen
In unserer Auffangstation zeigte sich sofort, wie geschwächt die kleine Kohlmeise wirklich war. Ihr Gefieder war noch nicht vollständig ausgebildet, und jeder Versuch, sich zu bewegen, kostete Kraft.
Wir gaben ihr Ruhe, Wärme und regelmäßig kleine Mahlzeiten. Mit jedem Tag kam ein Stück ihrer Kraft zurück: Ihr Blick wurde klarer, ihre Bewegungen sicherer, ihr kleines Herz spürbar mutiger.
Bei uns bekam sie einen Namen: Fienchen.

Üben,
wachsen,
stärker werden
Schon nach wenigen Tagen wagte Fienchen die ersten Flatterversuche. Kurz, wackelig, aber entschlossen. Als sie kräftiger wurde, durfte sie in eine größere Außenvoliere umziehen. Dort übte sie, was ein freies Leben verlangt: von Ast zu Ast hüpfen, das Gleichgewicht halten, Futter aufnehmen, die Flügel kräftigen. Man konnte ihr ansehen, wie sehr sie sich zurück ins Leben arbeitete.
Der
große
Augenblick
An einem warmen Maitag war es so weit. Wir öffneten die Volierenklappe und Fienchen zögerte nur einen Herzschlag lang. Dann flog sie hinaus, direkt in die blühenden Bäume des Gartens. Ein stiller, rührender Moment. Eine kleine Kohlmeise, die ihren Weg zurück in die Natur gefunden hat.

„Wenn ein Tier wieder hinaus in die Natur darf, zeigt uns das, warum wir nie aufgeben.
Jedes Leben lohnt unseren Einsatz – egal wie klein es ist.“– Lena, Vorsitzende und Gründerin der Natur- und Wildtierfreunde e. V.
Warum uns
Vögel wie
Fienchen
berühren
Vielleicht siehst du beim nächsten Spaziergang eine Kohlmeise, die neugierig aus einem Ast hervorblickt. Solche Begegnungen erinnern daran, wie zerbrechlich unsere Vogelwelt ist und wie viel es bedeutet, wenn ein kleiner Vogel die Chance bekommt, sich zu erholen.
Unsere
gefiederten
Schützlinge
Woran erkennst Du hilfsbedürftige Vögel?
Insbesondere Kohlmeisen sind flink und wendig, doch manchmal brauchen auch die kleinen Singvögel unsere Hilfe. Nicht jedes Tier, das am Boden sitzt oder scheinbar schwach wirkt, ist automatisch in Not. Es ist wichtig, genau hinzusehen, um richtig zu handeln.
Typische Anzeichen sind:
- Nestlinge erkennst du daran, dass sie kaum befiedert sind und noch nicht richtig stehen können. Das heißt, sie sitzen überwiegend auf ihren Unterschenkeln. Findest du Nestlinge außerhalb ihres Nestes benötigen sie Hilfe.
- Geschwächter Vogel: Sitzt ein Vogel geschwächt und apathisch in der Gegend und ist sogar Gefahren wie dem Verkehr oder weiteren Tieren ausgesetzt, dann benötigt der Vogel menschliche Hilfe.
- Offensichtliche Verletzungen: Blutungen, gebrochene Flügel, deformierte Beine oder Schnäbel oder Kopfverletzungen – oft durch Fensterschläge, Katzen oder andere Unfälle verursacht. Der Vogel braucht dringend Hilfe.
Erste Sicherung des Tieres:
Wenn ein Vogel Hilfe braucht, sollte man sie behutsam sichern und Stress vermeiden:
- Handschuhe oder Tuch verwenden: Schützt den Vogel und dich. Grundsätzlich kannst du Vögel aber anfassen, es ist ein Irrtum, dass diese dann nicht mehr von ihren Eltern angenommen werden.
- Vogel vorsichtig aufnehmen: In ein weiches, sicheres Behältnis (z. B. Karton mit Luftlöchern und einem Handtuch). Achte darauf, dass er nicht entkommt.
- Warmhalten: Eine lauwarme Wärmflasche in ein Tuch wickeln und als Wärmequelle nutzen, niemals zu heiß.
- Ruhige Umgebung: Lärm und andere Tiere vermeiden, damit der Vogel nicht zusätzlich gestresst wird.
Was man dann tun sollte:
- Schnellstmöglich eine Wildtierauffangstation kontaktieren.
- Tierarzt oder Tiernotdienst informieren, wenn Verletzungen vorliegen.
- Fundort merken, falls eine spätere Auswilderung in der Nähe sinnvoll ist.
Was man NICHT tun sollte:
- Vögeln sollte man grundsätzlich kein Wasser und Futter anbieten: Vögel haben direkt unter der Zunge die Luftröhre, ein einflößen von Flüssigkeiten kann zu Aspirationen und Lungenentzündungen führen. Im Schlimmsten Fall ersticken Vögel daran. Insbesondere im Nestlingsalter ist die Artbestimmung nicht selten eine Herausforderung aber unerlässlich zur richtigen Futterauswahl. Der Vogel sollte also direkt einer fachkundigen Person übergeben werden.
- Keine Selbstversuche: Jungvögel sollten nicht eigenständig aufgezogen werden, sonst drohen Fehlprägung oder Fehlernährung und damit die Wildbahnuntauglichkeit.
- Nicht wieder aussetzen: Ein verletzter, geschwächter oder unterkühlter Vogel hat draußen meist keine Überlebenschance.
Hilf kleinen
Vögeln wie
Fienchen
Mit einer Patenschaft unterstützt du die Pflege und Auswilderung verletzter oder verwaister Singvögel. Du schenkst ihnen Schutz, Zeit und den Weg zurück in die Freiheit.
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