Purzel
kleine Gans, die nicht aufgab
Ein
einsamer Fund
am Seeufer
An einem stillen Vormittag bemerkte eine Spaziergängerin am Ufer eines Sees ein grau gefiedertes Jungtier, das allein durch das nasse Gras watschelte und immer wieder in Richtung der Menschen lief. Es war Purzel. Eine junge Graugans, mager, geschwächt und völlig orientierungslos.
Für Graugänse ist das ungewöhnlich. Junge Gänse bleiben normalerweise eng bei ihrer Familie, lernen alles in der Gruppe und werden von ihren Eltern geschützt. Dass Purzel allein unterwegs war, sich nicht versteckte und aktiv Nähe zu Menschen suchte, war ein deutliches Warnzeichen.

Erstmal
Ankommen &
Krafttanken
In der Auffangstation zeigte sich schnell, wie schlecht es ihr ging. Purzel war untergewichtig, die Brust eingefallen, das Gefieder stumpf, die Beine kraftlos. Trotzdem reagierte sie aufmerksam auf ihre Umgebung – ein kleiner Funke Lebenswille, der zeigte, dass sie kämpfen möchte.
Wir wärmten sie vorsichtig auf, richteten ihr einen geschützten Bereich ein und gaben über den Tag verteilt leicht verdauliches Futter in kleinen Portionen. So bekam sie die Chance, erste Kräfte zu sammeln.
Erste Schritte ins Gänseleben
In den ersten Tagen nach der Stabilisierung wurde Purzel wacher. Sie schlug vorsichtig mit den Flügeln, unternahm kleine Schritte und schnappte neugierig nach Halmen und Insekten. Kleine Zeichen, dass sie auf dem Weg zurück ins Leben war.
Gleichzeitig war klar, dass eine junge Graugans nicht allein großwerden darf. Graugänse lernen alles in der Gruppe: Laute, Verhalten, soziale Signale, Orientierung und sogar, wie sie später Nahrung finden. Dafür braucht es Artgenossen. Darum überlegten wir bereits in dieser frühen Phase, wohin wir Purzel bringen könnten, falls sie bei uns keine passende Gänsegruppe finden würde.
Doch dann hatte sie Glück: Kurz darauf kamen weitere junge Graugänse in unsere Station.
Für Purzel war das ein entscheidender Wendepunkt. Sie suchte sofort ihre Nähe, badete mit ihnen, schnatterte und übte typische Rufe. Die kleine Gruppe gab ihr Sicherheit, Orientierung und die Chance, wirklich ein Gänsekind zu sein.

„Purzel hat sich den anderen Junggänsen sofort angeschlossen. Es war schön zu sehen, wie selbstverständlich sie ihren Platz in der kleinen Gruppe gefunden hat“.
– Lena, Vorsitzende und Gründerin der Natur- und Wildtierfreunde e. V.
Musik & Lizenzen
Cylinder Five von Chris Zabriskie unterliegt der Lizenz Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 4.0“. ttps://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Quelle: http://chriszabriskie.com/cylinders/
Künstler: http://chriszabriskie.com/
Der
große Flug
in die Freiheit
Als alle Gänse stabil und vollständig flugfähig waren, brachten wir sie an einem warmen, sonnigen Tag zu einem abgelegenen See. Dort ließen wir sie zurück in die Freiheit.
Zu sehen, wie sie gemeinsam starten, dicht beieinander bleiben und mit kräftigem Flügelschlag in den Himmel steigen, ist einer der Momente, die uns immer wieder zeigen, warum diese Arbeit so wichtig ist.
Eine
Begegnung,
die bleibt
Vielleicht begegnest du bei deinem nächsten Spaziergang am Wasser einer Graugans, die kurz zu dir herüberschaut. Vielleicht ist es ja Purzel.

kleine
Gänsewelt
Woran erkennst Du
eine hilfsbedürftige
Graugans?
Nicht jede Gans, die sich in der Nähe von Menschen aufhält, braucht Hilfe. Aber es gibt einige klare Anzeichen dafür, dass ein Tier Unterstützung braucht.
Typische Anzeichen sind:
- Die Gans ist allein unterwegs, ohne erkennbare Gruppe – besonders außerhalb der Brutzeit und sucht aktiv Nähe zu Menschen, läuft hinterher oder bleibt direkt neben dem Weg stehen.
- Zeigt Schwäche: Fliegt nicht auf, obwohl Gefahr naht, oder watschelt taumelnd.
- Wirkt abgemagert: Eingefallene Brust, stumpfes Gefieder, Desinteresse an Futter.
- Sichtbare Verletzungen: Schleifende Flügel, Blutungen, Lahmheit.
Erste Sicherung des Tieres:
- Ruhig beobachten, Abstand halten und Verhalten über einige Minuten einschätzen.
- Nicht direkt einfangen – lieber mit Fernglas oder Kamera dokumentieren, Ort notieren und eine Wildtierstation oder den Tierschutz kontaktieren.
- Keine Fütterung! Vor allem kein Brot, das kann den Tieren schaden.
Was man dann tun sollte:
- Schnellstmöglich eine Wildtierauffangstation kontaktieren.
- Tierarzt oder Tiernotdienst informieren, wenn die Graugans Verletzungen hat.
- Fundort merken, falls eine spätere Auswilderung in der Nähe sinnvoll ist.
Was man NICHT tun sollte:
- Keine unüberlegte Rettung: Gesunde Jungvögel oder Gänse können durch Eingreifen von Menschen gestört oder getrennt werden.
- Keine Eigenpflege: Wasservögel brauchen spezifische Nahrung, Umgebung und medizinische Betreuung, sonst droht Fehlprägung oder Tod.
Deine Patenschaft
macht den
Unterschied
Damit Graugänse wie Purzel die Chance auf Pflege, Sicherheit und eine verantwortungsvolle Auswilderung bekommen, brauchen wir Unterstützung. Mit einer Patenschaft sicherst du Futter, Versorgung und die tierärztliche Betreuung unserer Gänse.
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Auf unserer Patenschaftsseite findest du alle Infos zu Laufzeit, Zahlung und Ablauf auf einen Blick.
Patenschaftsformular
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