Holger
Kleiner Verkehrsrowdy
Elegante
Wasservögel mit starkem Charakter
Schwäne gehören zu den größten und eindrucksvollsten Wasservögeln in Europa. Mit ihrem langen Hals, dem weißen Gefieder und ihrem majestätischen Auftreten sind sie aus unseren Seen, Flüssen und Parkanlagen kaum wegzudenken. Sie sind ausgezeichnete Schwimmer und kräftige Flieger – auch wenn man ihnen diese Flugkraft auf den ersten Blick gar nicht zutraut.
Herausforderungen für Schwäne
So anmutig sie wirken, so verletzlich sind Schwäne in bestimmten Situationen. Gerade im Winter können Krankheit, Parasiten oder ein geschwächter Allgemeinzustand dazu führen, dass sie nicht mehr die Kraft haben, abzufliegen. Auf Straßen geraten sie dann leicht in Gefahr – für sich selbst und für den Verkehr.

ungewöhnlicher
Fund an
Silvester
Am Silvestermorgen wurde Holger, wie wir ihn nannten, mitten auf einer stark befahrenen Straße entdeckt. Spaziergänger hielten den Verkehr an und alarmierten uns. Eine beherzte Aktion, die Schlimmeres verhinderte.
Diagnose:
geschwächt
und krank
Schnell stellte sich heraus, warum Holger nicht einfach davonfliegen konnte: Er litt unter Bandwurmbefall und war mit 6 Kilo deutlich geschwächt. Körperlich nicht in der Lage, durchzustarten, kam er zu uns in die Station.


Kein
leichter
Patient
Holger war kein einfacher Schützling. Schwäne sind von Natur aus wehrhafte Tiere, und auch er ließ keinen Zweifel daran, dass er wenig von menschlicher Nähe hielt. Wer ihm zu nah kam, riskierte einen kräftigen Schnabelhieb was wir auch zu spüren bekamen. Gleichzeitig war er ein wunderschönes, beeindruckendes Tier, das viel Respekt einflößte.
„Wir haben schnell gelernt, Holgers Schnabel respektvoll Abstand zu geben – was allerdings nicht immer geklappt hat. Ihn später kräftig und majestätisch in die Freiheit starten zu sehen, war dafür jeden blauen Fleck wert.“
– Lena, Vorsitzende und Gründerin der Natur- und Wildtierfreunde e. V.
Zurück
in die
Freiheit
Nach knapp drei Wochen Behandlung und Erholung war Holger wieder kräftig genug. Wir brachten ihn zurück in die Nähe seines Fundorts, wo sich bereits ein Dutzend Schwäne versammelt hatte. Dort breitete er seine Flügel aus, majestätisch, kraftvoll, als würde er die Freiheit in vollen Zügen fühlen. Ein Anblick, der uns tief berührte.
Ein Moment,
der bleibt
Holger erinnert uns daran, wie wichtig es ist, Wildtieren eine Chance zu geben. Für uns sind es genau diese Momente, die zeigen, warum wir unsere Arbeit tun und warum es sich lohnt, für jedes einzelne Leben einzustehen.
Schwan mit
eigenem Plan
Woran erkennst Du
einen hilfsbedürftigen
Schwan?
Nicht jeder Schwan, der ruhig sitzt, allein unterwegs ist oder ungewöhnlich wirkt, braucht Hilfe. Viele Situationen – Mauser, Ruhephasen oder Revierverhalten – werden schnell falsch eingeschätzt.
Klare Anzeichen für Hilfsbedürftigkeit sind:
- starke Apathie, fehlende Reaktion, nicht aufstehen
- schiefe Wasserlage, Kreisen, schleifender oder hängender Flügel
- sichtbare Verletzungen wie Angelhaken, Schnüre, Blutungen oder starke Schwellungen
- deutliche Abmagerung oder sehr ungepflegtes, stumpfes Gefieder
Bevor ihr aktiv werdet:
Schwäne dürfen grundsätzlich nicht selbst eingefangen werden. Sie können Menschen mit Flügelschlägen oder Schnabelhieben verletzen. Falsches Greifen führt beim Schwan schnell zu schweren Flügel- oder Schulterverletzungen und zu Atemproblemen, wenn Brustkorb oder Hals unter Druck geraten.
Rechtlicher Hinweis:
Schwäne sind nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Ein Eingreifen ist nur zulässig, wenn das Tier offensichtlich hilfsbedürftig ist. Besteht zusätzlich akute Gefahr (z. B. verheddert, festgefroren, im Straßenverkehr), muss schnell gehandelt werden – aber möglichst immer nach Rücksprache mit Fachpersonen.
Mehr Informationen findest du hier:
Hilfsbedürftige Schwäne erkennen und richtig handeln.
Wie man richtig vorgeht:
- Schwan mit Abstand beobachten (10–15 Minuten).
- Foto oder kurzes Video aufnehmen, Standort notieren.
- Fachpersonen kontaktieren (Wildtierstation, Schwanenhilfe, vogelkundiger Tierarzt).
- Bei akuter Gefahr zusätzlich Feuerwehr oder Polizei informieren.
- Nur nach fachlicher Einschätzung handeln.
- Selbst nur eingreifen, wenn akute Gefahr besteht und niemand rechtzeitig kommen kann.
Was man NICHT tun sollte:
- Kein Brot oder andere Lebensmittel füttern.
- Schwäne nicht verfolgen, bedrängen oder aufscheuchen.
- Keine Jungschwäne einsammeln ohne Rücksprache.Keine Eigenbehandlung oder Reinigungsversuche.
- Tote oder stark kranke Vögel nicht anfassen.
Kurzinfo: Vogelgrippe kann über Schuhe/Kleidung verschleppt werden; Totfunde ans Veterinäramt oder Ordnungsamt melden.
Deine Patenschaft
macht den
Unterschied
Damit Schwäne weiterhin sicher und gut versorgt bei uns leben können, brauchen wir deine Unterstützung. Mit einer Schwan-Patenschaft sicherst du Futter, Pflege und tierärztliche Betreuung für unsere Schützlinge und wirst Teil ihrer Geschichten, wie die von Holger, der seine zweite Chance bekam.
Du möchtest wissen, wie eine Patenschaft genau abläuft?
Auf unserer Patenschaftsseite findest du alle Infos zu Laufzeit, Zahlung und Ablauf auf einen Blick.
Patenschaftsformular
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Deine Patenschaftsurkunde schicken wir dir nach Eingang der ersten Zahlung per Post. Falls du die Urkunde für einen besonderen Anlass früher brauchst, schreib uns einfach kurz an patenschaften@natur-wildtierfreunde.de
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Weitere Informationen zur Datenverarbeitung findest du in unserer Datenschutzerklärung.