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Tauben

klug, fürsorglich, ein Leben lang verbunden

Zwischen
Nähe und
Ablehnung

Tauben leben dicht bei uns. In der Stadt wie auf dem Land. Sie begleiten unseren Alltag, sitzen auf Dächern, Plätzen und Wegen. Und doch werden sie oft übersehen, nicht selten verjagt, manchmal sogar gehasst. Besonders im städtischen Raum gelten sie schnell als störend oder schmutzig. Ihr Bild ist geprägt von Vorurteilen.

Wer Tauben nur so wahrnimmt, übersieht ihr eigentliches Wesen. Tauben beobachten ihre Umgebung aufmerksam, erkennen Wege wieder und finden zu vertrauten Orten zurück. Viele bleiben ein Leben lang bei ihrem Partner und kümmern sich gemeinsam um ihren Nachwuchs. Sie sind kluge, fürsorgliche und soziale Tiere.

Gleichzeitig leben nicht alle Tauben unter denselben Bedingungen. Herkunft, Lebensweise und Umgebung unterscheiden sich deutlich.

Tauben sind
nicht gleich
Tauben

Wenn Menschen von Tauben sprechen, meinen sie meist die graublauen Vögel, die sie aus Innenstädten kennen. Tauben auf Plätzen, an Bahnhöfen oder vor Cafés. Diese Stadttauben prägen das Bild, das viele von Tauben haben. Dabei gibt es weit mehr als nur eine Taubenart.

Die Tauben, die in Innenstädten häufig zu sehen sind, stammen überwiegend von ehemals gehaltenen Haus-, Brief- oder Ziertauben ab. Viele wurden ausgesetzt oder finden nach dem Freiflug nicht zurück. Ihre Lebensweise ist nicht natürlich entstanden, sondern eng mit dem Menschen verbunden. Sie leben dort, wo Menschen leben.

Daneben gibt es eine Reihe heimischer Wildtaubenarten. Dazu zählen unter anderem Ringeltauben, Hohltauben, Türkentauben und Turteltauben. Je nach Art leben sie in Wäldern, Feldlandschaften, Parks, Gärten oder auch in der Nähe von Dörfern und Städten. Sie gehören zu unserer heimischen Vogelwelt und sind an ein selbstständiges Leben angepasst.

Heimische
Wildtauben

In Deutschland leben mehrere Wildtaubenarten, die sich in Aussehen, Verhalten und Lebensraum deutlich unterscheiden. Manche begegnen uns regelmäßig, andere bleiben fast unsichtbar. Allen gemeinsam ist, dass sie Teil unserer heimischen Vogelwelt sind und ihren Platz in natürlichen Kreisläufen haben.
Die gezeigten Abbildungen sind KI-generierte Symbolbilder und dienen der Veranschaulichung der Artmerkmale.

Ringeltaube

Ringeltauben

Die größten heimischen Tauben. Mit ihrem markanten weißen Halsfleck sind sie gut zu erkennen. Ringeltauben sind anpassungsfähig und heute sowohl in Wäldern als auch in Parks und größeren Grünanlagen anzutreffen.

Hohltaube

Hohltauben

Deutlich scheuer als Ringeltauben. Sie sind auf alte Baumbestände mit Höhlen angewiesen und kommen vor allem in naturnahen Wäldern vor. Ihre versteckte Lebensweise macht sie für viele Menschen kaum sichtbar.

Türkentaube

Türkentauben

Schlank, hell gefärbt und gut an menschliche Nähe angepasst. Türkentauben leben häufig in Dörfern und Stadtrandlagen, bauen ihre Nester in Bäumen oder an Gebäuden und sind oft durch ihr sanftes Rufen zu hören.

Turteltaube

Turteltauben

Zugvögel mit feinem Gefieder und leiser Stimme. Sie verbringen den Sommer bei uns und ziehen im Herbst in wärmere Regionen. Durch den Verlust geeigneter Lebensräume sind sie inzwischen selten geworden.

Wenn
Wildtauben
Hilfe brauchen

Wildtauben sind an ein eigenständiges Leben angepasst und kommen in der Regel ohne menschliche Unterstützung aus. Doch auch sie geraten immer wieder in Situationen, in denen sie allein kaum eine Chance haben. Dann ist Aufmerksamkeit gefragt.

Zu den häufigsten Ursachen zählen Kollisionen mit Glasflächen oder Unfälle im Straßenverkehr. Betroffene Tiere sind oft benommen oder verletzt und können sich nicht mehr in Sicherheit bringen. Auch Jungvögel geraten in Not, wenn ihr Nest zerstört wurde und sie noch nicht selbstständig sind. Ohne den Schutz des Nests sind sie besonderen Gefahren ausgesetzt.

In solchen Situationen kann schnelle Hilfe entscheidend sein.

Percy

wenn Aufmerksamkeit alles verändert

Percy ist eine junge Ringeltaube. Als sie an einer stark befahrenen Straße entdeckt wurde, saß sie dort verletzt und völlig erschöpft. Aufmerksame Menschen hielten an, brachten sie in Sicherheit und übergaben sie uns. Für Percy kam diese Hilfe genau im richtigen Moment.

Bei der ersten Versorgung zeigte sich schnell, wie ernst ihr Zustand war. Sie hatte Bissverletzungen. Zudem waren im Schnabel und Rachenraum gelbliche Beläge sowie ein auffälliger Geruch festzustellen. Der Verdacht auf Trichomonaden lag nahe und bestätigte sich beim Tierarzt. Percys Wunden wurden versorgt und die Erkrankung gezielt behandelt.

Da Percy noch sehr jung und insgesamt stark geschwächt war, brauchte sie vor allem Zeit, um sich zu erholen. Über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten blieb sie bei uns. In dieser Zeit erhielt sie Ruhe, Pflege und die notwendige Unterstützung. Schritt für Schritt wurde sie wacher, beweglicher und gewann an Stabilität.

Als sich Percys Zustand ausreichend gebessert hatte und sie bereit für ein selbstständiges Leben war, konnten wir sie auswildern.

Pflege
mit einem Ziel

Rückkehr in die Natur

Wildtauben wachsen normalerweise allein in der Natur auf. Wenn sie bei uns landen, dann nur, weil sie Hilfe brauchen. Unsere Aufgabe ist es nicht, sie dauerhaft zu halten, sondern ihnen den Weg zurück zu ermöglichen.

Die Auswilderung erfolgt, wenn ein Tier wieder gesund, kräftig und flugfähig ist. Wenn möglich, bringen wir Wildtauben dorthin zurück, wo sie gefunden wurden, oder in ein vergleichbares geeignetes Gebiet. Die Auswilderung ist ein bewusster Schritt und jedes Mal ein besonderer Moment.

Tauben
neu sehen

Wer sich mit Tauben näher beschäftigt, merkt schnell, wie wenig die gängigen Vorurteile mit der Realität zu tun haben. Wildtauben sind Teil unserer heimischen Natur. Sie sind aufmerksam, ortsgebunden und leben in festen Partnerschaften. Sie gehören hierher. Nicht als Störung, sondern als Mitgeschöpfe in unserer Landschaft.

Tauben neu zu sehen heißt vor allem eines: ihnen mit Respekt zu begegnen, egal ob Wild- oder Stadttaube. Nicht wegzusehen, nicht zu verjagen, nicht abzuwerten. Auch wer Tauben nicht mag, kann ihnen mit Rücksicht begegnen. Genau das macht im Alltag oft den entscheidenden Unterschied.

In unserer Auffangstation kümmern wir uns grundsätzlich um Wildtiere. Dazu gehören auch Wildtauben, die vorübergehend Hilfe brauchen, um wieder in die Natur zurückkehren zu können. Unser Ziel ist immer die Auswilderung und ein selbstständiges Leben nach der Pflege.

Stadttauben haben eine andere Geschichte und andere Herausforderungen. Für sie gibt es spezialisierte Initiativen, die unverzichtbare Arbeit leisten. In Hannover engagiert sich zum Beispiel das Netzwerk Taubenrettung Hannover seit vielen Jahren für Stadttauben. Ihre Arbeit reicht weit über betreute Taubenschläge hinaus. Sie versorgen verletzte Tiere, leisten Aufklärungsarbeit, tauschen Eier und setzen sich konsequent für tierschutzgerechte Lösungen ein. Konzepte wie das Augsburger Modell sind dabei ein wichtiger Baustein, um Tierleid zu verringern, ohne die Tiere zu verdrängen.

Unterschiedliche Wege, ein gemeinsamer Gedanke: Tauben verdienen Respekt. Genau das verbindet alle, die sich für sie einsetzen. Auch bundesweite Initiativen wie die Kampagne #RespektTaube des Deutschen Tierschutzbundes setzen sich dafür ein, Vorurteile abzubauen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Tauben zu fördern.

Taubenblicke

Woran erkennst du
hilfsbedürftige
Wildtauben?

Nicht jede Wildtaube, die am Boden sitzt oder scheinbar schwach wirkt, ist automatisch in Not. Es ist wichtig, genau hinzusehen, um richtig zu handeln.

Typische Anzeichen sind:

  • Taubenküken sind kaum befiedert und können noch nicht richtig stehen. Sie sitzen überwiegend auf den Unterschenkeln. Findest du ein solches Küken außerhalb des Nestes, benötigt es Hilfe. Ältere Jungvögel sind dagegen oft schon befiedert. Sitzen sie an einem sicheren Ort wie einem Ast oder im Gebüsch und werden von den Elterntieren versorgt, sollte man sie dort lassen.
  • Geschwächte Wildtauben sitzen apathisch am Boden oder sind Gefahren wie Verkehr oder anderen Tieren ausgesetzt. Dann brauchen sie menschliche Hilfe.
  • Offensichtliche Verletzungen wie Blutungen, gebrochene oder hängende Flügel, deformierte Beine oder Schnäbel sowie Kopfverletzungen erfordern dringend Hilfe.

Erste Sicherung des Tieres:

Wenn eine Wildtaube Hilfe braucht, sollte man sie behutsam sichern und Stress vermeiden:

  • Handschuhe oder Tuch verwenden: Schützt die Wildtaube und dich. Vögel dürfen angefasst werden. Es ist ein Irrtum, dass sie danach nicht mehr von ihren Eltern angenommen werden.
  • Wildtaube vorsichtig aufnehmen: In ein weiches, sicheres Behältnis (z. B. Karton mit Luftlöchern und einem Handtuch). Achte darauf, dass sie nicht entkommt.
  • Warmhalten: Eine lauwarme Wärmflasche in ein Tuch wickeln und als Wärmequelle nutzen, niemals zu heiß.
  • Ruhige Umgebung: Lärm und andere Tiere vermeiden, damit die Wildtaube nicht zusätzlich gestresst wird.

Was man dann tun sollte:

  • Schnellstmöglich eine Wildtierauffangstation kontaktieren.
  • Tierarzt oder Tiernotdienst informieren, wenn Verletzungen vorliegen.
  • Fundort merken, falls eine spätere Auswilderung in der Nähe sinnvoll ist.

Was man NICHT tun sollte:

  • Kein Wasser und kein Futter geben: Vögel haben direkt unter der Zunge die Luftröhre. Das Einflößen von Flüssigkeiten kann zu Aspirationen und Lungenentzündungen führen. Im schlimmsten Fall ersticken sie daran. Gerade bei Jungtieren ist die richtige Artbestimmung für die Fütterung unerlässlich. Die Wildtaube sollte daher direkt an fachkundige Personen übergeben werden.
  • Keine Selbstversuche: Junge Wildtauben sollten nicht eigenständig aufgezogen werden. Fehlprägung oder Fehlernährung können dazu führen, dass sie nicht mehr ausgewildert werden können.
  • Nicht wieder aussetzen: Eine verletzte, geschwächte oder unterkühlte Wildtaube hat draußen meist keine Überlebenschance.

Tauben

im Garten unterstützen

Viele Menschen füttern Vögel im eigenen Garten. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Tauben andere Bedürfnisse haben als kleine Singvögel.

  • Normales Vogelfutter ist für Tauben auf Dauer nicht ausreichend. Tauben sind Körnerfresser mit einem anderen Nährstoffbedarf. Wenn Tauben regelmäßig mitfressen oder bewusst berücksichtigt werden sollen, kann spezielles Taubenfutter eine sinnvolle Ergänzung sein.
  • Futterstellen bewusst gestalten. Klassische Futterhäuser sind auf kleine Vögel ausgelegt. Tauben können dort nur landen, wenn ausreichend große und stabile Stangen vorhanden sind. Alternativ nehmen sie Futter am Boden oder auf flachen Flächen auf. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass kleinere Vogelarten nicht verdrängt werden und keine dauerhafte Abhängigkeit entsteht.
  • Sauberes Wasser bereitstellen. Eine flache Schale mit frischem Wasser ist für Tauben besonders wichtig, vor allem an warmen Tagen. Regelmäßige Reinigung hilft, Krankheiten vorzubeugen.
  • Örtliche Regeln beachten. In manchen Städten und Gemeinden ist das Füttern von Tauben eingeschränkt oder geregelt. Informiere dich vorab über die geltenden Bestimmungen.
Ringeltaube im Garten

Deine Patenschaft
macht den
Unterschied

Mit einer Patenschaft unterstützt du unsere Arbeit für Wildtauben. Du hilfst uns, Tiere wie Sky zu versorgen, zu pflegen und behutsam auf ihre Auswilderung vorzubereiten. Jede Patenschaft schenkt Schutz, Zeit und die Chance auf ein selbstständiges Leben in der Natur.

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