Wildtier gefunden?
Ruhig bleiben, genau hinschauen, dann das Richtige tun.
Nicht jedes Wildtier, das hilflos wirkt, braucht wirklich Hilfe. Ein junger Feldhase, der allein auf einer Wiese hockt, oder ein Ästling, der hüpfend am Boden sitzt: Das sind oft ganz normale Situationen. Nicht in jedem Fall ist Eingreifen notwendig. Viele Tiere werden jedes Jahr grundlos in Auffangstationen gebracht.
Ruhig bleiben und erst genau hinschauen. Bring dich nicht übereilt in Gefahr. Wenn die Situation es erfordert, handle: eine Unfallstelle absichern oder das Tier aus einer akuten Gefahrensituation bringen. Mach dann wenn möglich ein Foto oder kurzes Video, das hilft, die Situation auch aus der Ferne einzuschätzen. Kontaktiere uns oder eine Wildtierauffangstation in deiner Nähe, bevor du eingreifst.
Jede Tierart ist anders. Für einige haben wir dir die wichtigsten Infos zusammengestellt: woran du erkennst, ob das Tier wirklich Hilfe braucht, was du sofort tun kannst und was du besser lässt.
Um welches Tier geht es?

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Kurz das Wichtigste
Diese Punkte gelten für jede Tierart und jede Situation.
- Nichts zu fressen oder zu trinken geben.
Auch wenn es schwerfällt. Falsche Nahrung kann töten. Richtige Nahrung im falschen Moment auch. Was das Tier braucht, klären wir gemeinsam. - Ruhig, dunkel, kein Kontakt.
Das Tier ist gestresst und oft verletzt, auch wenn es das nicht zeigt. Ein Karton mit einem Handtuch als Unterlage, abgedeckt, an einem ruhigen Ort: Das reicht für die Zeit bis zur Übergabe. Kein Kontakt mit Kindern oder anderen Haustieren. Und: Luftlöcher im Karton nicht vergessen, nie luftdicht verschließen. - Jungtiere ohne Fell oder Gefieder kühlen schnell aus.
Wenn du ein nacktes Jungtier gefunden hast: Eine mit warmem Wasser gefüllte PET-Flasche, in ein Tuch eingewickelt und in den Karton gelegt, kann in dieser Zeit Leben retten. Ausnahme: Bei Fliegeneiern oder Maden keine Wärmflasche: so schnell wie möglich zur Station oder einem Tierarzt. Körperwärme beim Transport ist in Ordnung.
- Schau nach Geschwistertieren in der Nähe.
Oft sind mehrere Jungtiere zusammen. Wer noch nicht gefunden wurde, ist möglicherweise genauso in Not. - Fundort merken oder notieren.
Manchmal ist eine Rückführung möglich. Dann ist der genaue Fundort entscheidend. - Erst bei uns melden, dann abgeben.
Bitte nicht einfach vor der Station abstellen. Ein Tier, das unbemerkt ankommt, kann zu spät gefunden werden oder durch Fressfeinde wie Katzen gefährdet sein. Kurze Voranmeldung rettet im Zweifel das Leben. - Keinen Selbstversuch.
Gut gemeinte Hausmittel, Salben oder Mittel aus dem Zoohandel können mehr schaden als helfen. Das Tier gehört so schnell wie möglich in erfahrene Hände.

Bergung und Transport
Was du für die Bergung brauchst: Trag Handschuhe oder wickle das Tier in ein Tuch oder eine Jacke. Das schützt dich und das Tier vor zu viel Körperkontakt und Körperwärme.
Was du für den Transport brauchst: Ein Karton mit Luftlöchern. Ein Handtuch als Unterlage, das gibt Halt. Bei Jungtieren: eine eingewickelte Wärmflasche oder PET-Flasche dazulegen. Deckel zu. Dunkel. Ruhig.
Für Vögel gilt: kein Gitterkäfig, kein offener Behälter. Vögel fliegen darin und verletzen sich.
Notfallset im Auto: Wer viel draußen ist oder einfach vorbereitet sein will: Alte Handschuhe, ein zusammengefalteter Karton mit vorgestanzten Luftlöchern und ein altes Handtuch passen in jeden Kofferraum. Eine leere PET-Flasche kann unterwegs mit warmem Wasser aus jedem Café oder jeder Tankstelle gefüllt werden. Mehr braucht es meist nicht.
Darf ich das überhaupt?
Wildtiere sind in Deutschland besonders geschützt. Man darf sie nicht einfach mitnehmen und behalten, selbst wenn es gut gemeint ist. Das gilt grundsätzlich für alle heimischen Wildtierarten.
Verletzte oder hilflose Tiere vorübergehend aufzunehmen und in eine anerkannte Pflegestelle zu bringen: Das erlaubt das Bundesnaturschutzgesetz ausdrücklich (§ 45 Abs. 5 BNatSchG). Das Ziel muss die Rückführung in die Natur oder die Übergabe an eine zuständige Stelle sein.
Für manche Tierarten gelten zusätzliche Regelungen, zum Beispiel jagdrechtliche Vorschriften. Was das konkret bedeutet, erklären wir auf den jeweiligen Artenseiten.
Eigenschutz:
Im direkten Kontakt mit Wildtieren ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Mit ein paar einfachen Maßnahmen bist du in der Regel gut geschützt: Handschuhe tragen, Tier nicht ans Gesicht halten, danach Hände waschen.
Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei bei Landsäugetieren. Fledermäuse sind eine Ausnahme: Das Virus ist bei Fledermäusen nachweisbar. Das Übertragungsrisiko auf Menschen ist gering, aber vorhanden. Fledermäuse bitte nie mit bloßen Händen anfassen, auch wenn sie harmlos wirken. Wenn du gebissen oder gekratzt wurdest: ärztlichen Rat einholen.
Für Wasservögel (Enten, Gänse, Schwäne) gilt in bestimmten Jahreszeiten eine erhöhte Vorsichtsempfehlung wegen Vogelgrippe. Den aktuellen Stand zu Vogelgrippe-Ausbrüchen und Risikoeinschätzungen veröffentlicht das Friedrich-Loeffler-Institut: fli.de. Tote Vögel am Gewässer bitte beim zuständigen Veterinäramt melden.
Wo du sonst noch Hilfe findest
Hier findest du weitere detaillierte Infos für noch mehr Tierarten und einen Überblick über Anlaufstellen in ganz Deutschland. Wenn du nicht sicher bist, wohin du dich wenden sollst, schreib uns einfach kurz
Wildtier-SOS App
Erste-Hilfe-Infos für viele Tierarten und Stationssuche direkt aufs Handy. Ein guter erster Anlaufpunkt, auch wenn du noch nicht weißt, was zu tun ist.
Wildtierschutz Deutschland
Bundesweite Liste von Wildtier-Auffangstationen.
NABU
Karte mit Pflege- und Auffangstationen für Säugetiere und Vögel.
So erreichst du uns im Notfall
Schreib uns direkt per WhatsApp oder SMS an: +49 151 574 103 29. Das ist der schnellste Weg zu uns. Anrufe landen auf dem Anrufbeantworter, E-Mails überwachen wir nicht durchgehend. Bei einem Notfall kann beides zu lange dauern. Unser Team ist täglich von 7:00 bis 19:00 Uhr im Einsatz.
Am besten direkt mit:
- Foto oder kurzes Video des Tieres
- Fundort
- Fundumstände und bisherige Versorgung
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Für allgemeine Fragen erreichst du uns per Mail: verein@natur-wildtierfreunde.de – bitte keine Notfälle per Mail melden.